Youth of Magdalensberg

Jüngling vom Magdalensberg

Published by niaphasia under the CC BY-NC-SA licence
Software: Creaform Go!SCAN 3D
Date of Scan: 2016

Description

In 1502 a farmer discovered on a hillside of Magdalensberg (Carinthia, Austria), a bronze statue. The statue derived from the first century before the Common Era and as the inscription in the right thigh proves was devoted to a Roman sanctuary by two freedman named Aulus Poblicius Antiocus and Tiberius Barbius Tiberi[a]nus.

The statue was taken to Salzburg and copied before 1551. In 1806 the copy was moved from Salzburg to Vienna where it is now on display in the „Kunsthistorisches Museum“. The original was given to emperor Ferdinand I. and probably ended up in Spain in the gardens of the palace of Aranjuez. It supposedly was hidden in a well in 1808 to secure it from Napoleon I., got destroyed on rescue and presumanbly ended up as material for the production of cannons.

This object was scanned in 2016 by Oliver Laric with Creaform Go!SCAN 3D. The texture was created by niaphasia based on photographs owned by ©KHM-Museumsverband (CC BY-NC-SA 4.0)

Im Jahr 1502 pflügte ein Bauer eine Terasse südlich des Gipfels des Magdalensbergs in Kärnten. Dabei stieß auf eine antike Bronzegroßplastik aus der ersten Hälfte des ersten Jahrunderts unserer Zeitrechnung. Der Fund gelangte in den Besitz des Bischofs von Gurk, der den Wert der Figur erkannte und diese 1519 nach Salzburg mitnahm als er dort zum Erzbischof berufen wurde. 1806 gelangte das Kunstwerk nach Wien, wo man erst in den 1980er Jahren erkannte, dass man es nicht mit dem Original sondern mit einer Kopie von vor 1551 zu tun hatte. Das Original wurde Mitte des 16 Jhd. An den Habsburger Kaiser Ferdinand I. abgetreten. Aller Wahrscheinlichkeit nach gaben es die Habsburger nach Spanien weiter. Es gibt Hinweise aus den Jahren 1662 und 1786, dass die Originalstatue sich zu diesem Zeitpunkt in den königlichen Gärten von Aranjurez befunden hat. Wahrscheinlich sollte sie 1808 vor Napoleon I. in Sicherheit gebracht werden und wurde in einem Brunnen versteckt. Allerdings ist sie bei der Bergung zerstört worden und endete voraussichtlich als Rohstoff für die Waffenproduktion.

Vom Original haben sich zwei bildliche Darstellungen erhalten. Bei der einen handelt es sich um eine Abbildung im Buch „Inscriptiones sacrosanctae vetustatis“ von Petrus Apianus und Bartholomaeus Amantius von 1534 (siehe Bild unten). Die andere auf einem Fresko von Hans Bocksberger d. Ä. im Kapellengang der Stadtresidenz von Landshut aus dem Jahre 1542.

Bei der Inschrift am rechten Oberschenkel handelt es sich um eine Widmung zweier Freigelassener, die wahrscheinlich Händler in der Stadt auf dem Magdalensberg waren. Was die Statue darstellen soll, lässt sich aus der Inschrift aber nicht schließen. Daher gibt es eine Vielzahl von Interpretationen, die von verschiedenen Gottheiten (z.B. eines keltischen Mars) über einen ein Opfertier schlachtenden Noreia-Priester als Detail einer der Noreia geweihten Statuengruppe, bis zu profanen Erklärungen, wie der Darstellung eines Athleten oder Lampenträgers reichen.

Gemeinsam mit der Figur sollen auch ein Schild aus Bronze und eine Axt gefunden worden sein. Auch auf dem Schild befand sich eine Inschrift:

M. Gallicinus Vindili f[ilius] L[ucius] Barb[ius] L[ucii] l[ibertus] Philoterus pr[ocurator] / Craxsantus / Barbi[i] P[ublii] s[ervus].

Das Schild wurde von einem Freigelassenen (Kelten) der oberitalischen Sippe der Barbia und einem einheimischen (keltischen) Sklave derselben Familie gestiftet. Dieser Familie gehörte auch einer der beiden Stifter der Jünglingsstatue an.

Die Statue legt die hohe Bedeutung der Stadt am Magdalensberg als römischer Handelsplatz nahe. Es ist der bisher einzige Fund einer derartigen Großplastik im gesamten Ostalpenraum und weit darüber hinaus.

Der Jüngling im Kunsthistorischen Museum in Wien wurde 2016 von Oliver Laric gescannt. Die Textur wurde von niaphasia auf der Basis von Fotos lizenziert gemäß ©KHM-Museumsverband (CC BY-NC-SA 4.0) erstellt.

Jüngling vom Magdalensberg im Kunsthistorischen Museum in Wien
Die Kopie aus dem 16. Jhd. im Kunsthistorischen Museum in Wien. Kunsthistorisches Museum / CC BY-SA
Abbildung des Jünglings vom Magdalensberg von 1534 im Buch Inscriptiones sacrosanctae vatustatis von Petrus Apianus und Barholomaeus Amantius
Abbildung des Jünglings in „Inscriptiones sacrosanctae vetustatis“ von Petrus Apianus und Bartholomaeus Amantius von 1534. Aus „Heidelberger historische Bestände – digital“ von der Universitätsbibliothek Heidelberg, Public Domain
Kopie des Jüngling vom Magdalensberg im Museum am Magdalensberg
Die Kopie des Jünglings im Museum am Magdalensberg.
Abbildung des Jüngling vom Magdalensberg im "Kronprinzenwerk", 1889
“Römische Funde aus Virunum”. Reliefs und Statuen – darunter der Jüngling vom Magdalensberg und ein Greif. Feder- und Pinselzeichnung in Schwarz, laviert, von Hugo Charlemont, signiert und datiert 1889. Vorzeichnung zum “Kronprinzenwerk” (Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Wien 1886-1902), Bd. Kärnten und Krain, 1891, S. 57. Charlemont, Hugo; Pinselzeichnung, 1889 © Bildarchiv Austria / Österreichische Nationalbibliothek
Kopie des Jüngling vom Magdalensberg auf dem Stauderplatz in Klagenfurt
Kopie des Jünglings am Stauderplatz in Klagenfurt. Johann Jaritz / CC BY-SA 4.0

Objectdata

RegionCarinthia
KeywordsStatues
PeriodAntiquity
Dated1st half of the 1st century BC
Artistunkown
MaterialBronze
Dimensions55 x 88 x 185 cm
Inscription

A[ulus] Poblicius D[ecimi] l[ibertus] Antio[cus]

Ti[berius] Barbius Q[uinti] P[ublii] l[ibertus] Tiber[inus oder -ianus]

LocationEine Terasse südlich des Gipfels des Magdalensbergs
CoordinatesN 46.727102, E 14.429312

Location

The coordinates generally refer to the current location of the object, in exceptional cases to a historical reference point such as its place of discovery or place of manufacture.

Leave a Reply

Your email address will not be published.