Laut Inschrift stammt die Säule vom 4. Juni 1657 und wurde von Jacob Gerhard, seines Zeichens Eisenhändler in Wien und Mitglied des “Aussern Rats” der Stadt und seiner Ehefrau Anna gestiftet. Weiters ist auf der Säule verzeichnet, dass sie jeweils nach 100 Jahren renoviert wurde. Für die Renovierung am 4. Juni 1757 ist die Abkürzung LS angegeben, wobei es sich entweder um Initialen handelt oder um die Abkürzung für “loco sigilli”, also die Bezeichnung für den Ort an dem sich in der Originalurkunde das Siegel befunden hat. Für den 4. Juni 1857 ist (nach meiner Interpretation) verzeichnet, dass die Erneuerung durch die Unterstützung eines Freiherrn von Dietrich – dabei könnte es sich um den in Istrien geborenen Anton Freiherrn von Dietrich handeln (1783 – 19.5.1870) – und dessen Frau, einer geborenen Edlen von Bera, (finanziell) ermöglicht wurde, allerdings veranlasst durch deren Tochter, die mit einem Generalmajor A. Pointner verheiratet war. Bei A. Pointner könnte es sich um den kk Generalmajor Anton Pointner (1795 – 4.4.1860) handeln.
Der ursprüngliche Standort der Säule ist unbekannt. Es gab die Vermutung, dass es sich um das sogenannte Räderkreuz oder Pinterkreuz handeln könnte, das auch als Pietà auf einer quadratischen Säule gestaltet war. Dieses stand an der Hinrichtungsstätte “Reder an der straß” (heute Triester Straße Ecke Kundratstraße bzw. Davidgasse). Es wurde aber beim Ausbau der Triesterstraße 1868 abgetragen und zerstört, da es der neuen Trassierung im Weg stand. Auf alten Bildern ist zu erkennen, dass die Gestaltung dieser Pietà nicht durch eine Renovierung erklärbare Unterschiede zum Bildstock vor der Florianikirche aufweist.
Gesichert scheint, dass sich der Bildstock, bevor er an dem heutigen Platz aufgestellt wurde, an der Chorseite der alten Matzleinsdorfer Kirche stand. Dieses auch als Florianikirche oder Rauchfangkehrerkirche bekannte Gotteshaus wurde aber erst 1725 errichtet und ist damit etwa 70 Jahre jünger als der Bildstock. Davor stand an dieser Stelle eine Marienkapelle.
1965 wurde die alte Matzleinsdorfer Pfarrkirche abgebrochen, da sie als Verkehrshindernis gesehen wurde. Sie stand in der Mitte der Wiedner Hauptstraße, die sich an dieser Stelle in zwei Fahrbahnen aufspaltete, die links und rechts an der Kirche vorbeiführten. Beim Abbruch der Kirche wurde der Bildstock auf den ein paar Meter entfernten jetzigen Standort versetzt.